“AI Impact Summit“ in New Dehli
Am “AI Impact Summit“ in New Dehli (18. & 19. Februar 2026) nahmen mehr als 100.000 Experten teil. Die sehr allgemein gehaltene Abschlussdeklaration[1] wurde von 90 Regierungen, darunter EU, China, Russland, USA, Saudi-Arabien und UAE, unterzeichnet. Der Text formuliert sieben unverbindliche Prinzipien (Chakras), wie Vertrauenswürdigkeit, Sozialverträglichkeit und Demokratiefreundlichkeit, orientiert auf Innovation und betont die nationale Souveränität bei der internationalen KI-Zusammenarbeit. Die elf begleitenden konkreteren Dokumente[2] wie eine „Charter for Democratic Diffusion of AI“[3], „Guidance Note on AI Governance“[4] oder die Absicht ein „Network of AI for Science Institutions“[5], wurden nicht im Konsens verabschiedet. Der Gipfel war der vierte im sogenannten Bletchley Prozess, den der damalige britischen Premierminister Sunak 2023 in London gestartet hatte. Nach Seoul (2024) und Paris (2025) werden Genf (2027) und Abu Dhabi (2028) die nächsten Ausrichter sein. In Paris hatten die USA ihre Unterschrift noch verweigert. In New Dehli kündigte Michael Kratios, Direktor im Weißen Haus, ein „American AI Export Program“ an[6] und lud alle Länder ein, daran teilzunehmen. Gleichzeitig äußerte er sich ablehnend zu dem geplanten „Global Dialog on AI Governance“ der UNO. In der New Dehli Deklaration gibt es keine Referenz zu den KI-Aktivitäten der UNO. Deutschland war mit Digitalminister Wildberger vertreten. Am Rande des Gipfels wurde ein deutsch-indischer KI-Pakt vereinbart[7].
80. UN-Vollversammlung beruft 40 Mitglieder des neuen „Independent International Scientific Panel on Artificial Intelligence“
Am 12. Februar 2026 berief die 80. UN-Vollversammlung die 40 Mitglieder des neuen „Independent International Scientific Panel on Artificial Intelligence“.[8] Das Panel muss für den „1. UN Global Dialog on AI Governance“ (Juli 2026, Genf), einen Bericht vorlegen. Die USA stimmten mit Paraguay gegen die Resolution. 117 Staaten waren dafür, zwei enthielten sich (Ukraine und Tunesien). Unter den 40 Mitgliedern sind zwei Deutsche: Bernhard Schölkopf, Professor an der ETH Zürich, bekannt für seine ablehnende Haltung gegenüber autonomen Waffensystemen, sowie Maximilian Nickel, Forschungsdirektor bei Meta in New York.[9]
Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) und der Münchner Cybersicherheitskonferenz (MCSC)
Bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC)[10] und der Münchner Cybersicherheitskonferenz (MCSC)[11] vom 12. bis 15. Februar 2026 ging es u.a. darum, wie westliche Staaten auf Cyberangriffe reagieren sollten. Von mehreren hochrangigen Rednern wurde eine offensivere Reaktion eingefordert, auch wenn es keine eindeutigen Attributionen gibt. Der Präsident des BND schlug u.a. „asymmetrische Hack Backs“ gegen russische Cyberangriffe vor. Bruce Schneier von der Harvard Universität lenkte die Aufmerksamkeit auf „Data Integrity“ und „Data Manipulation“ bei der Anwendung von KI im Cybersicherheitsbereich. Wenn KI mit manipulierten Daten trainiert wird, steige das Sicherheitsrisiko. Der neue Cyberzar aus dem Weißen Haus, Sean Cairnscross, sagte „US first does not mean US alone“, forderte aber von der EU eine weitgehende De-Regulierung ihrer Digitalpolitik, was die EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunnen zurückwies.
5. Sitzung der „Digital Cooperation Organisation“
Am 7. Februar 2026 fand die 5. Sitzung der „Digital Cooperation Organisation“, ein Verbund von 16 Regierungen, vorwiegend aus der Golf-Region, statt. Sie verabschiedete eine „Kuwait Declaration on Responsible AI for Global Digital Prosperity“[12]. Das Dokument visiert eine Harmonisierung nationaler Politiken der DCO-Staaten auf der Basis von fünf Prinzipien (Ethical AI Governance, Inclusive Digital Growth, Trusted Data Flows, Strategic Alignment und AI Readiness) an. Damit wollen die Golf-Staaten stärker als ein Key Player in internationalen KI-Prozessen auftreten.
Genfer IGF-Sekretariat stellt Weichen für die Zukunft
Nachdem WSIS+20 dem IGF einen permanenten Status im UN-System garantiert hat, hat das Genfer IGF-Sekretariat begonnen, Weichen für die Zukunft zu stellen. Bei einer MAG Sitzung am 10. Februar 2026 wurden die Ergebnisse einer Befragung zu den Verbesserungen der IGF-Modalitäten diskutiert.[13] Dabei ging es vor allem um die Leitungsstrukturen des IGF (MAG & Leadership Panel), um die Programmarbeit und um Outreach. Auf einer MAG-Sitzung am 2. März 2026 sollen weitere Empfehlungen, u.a. für eine erweiterte Inter-Sessional Arbeit und eine bessere Koordination mit den nationalen und regionalen IGFs (NRIs) diskutiert werden. Ort und Zeit für das 21. IGF werden Ende März 2026 bekanntgegeben. Am 13. und 14. April 2026 ist ein IGF Retreat in New York geplant.
EU-Kommission veröffentlicht Aktionsplan gegen Cyberbullying
Am 10. Februar 2026 hat die EU-Kommission einen Aktionsplan gegen Cyberbullying veröffentlicht. Damit sollen Kindern in allen EU-Staaten gleichermaßen geschützt werden.[14] Am 11. Februar 2026 folge ein Aktionsplan zur Drohnenabwehr. Dieser Aktionsplan zielt auf „improved prevention of incidents, detection of drones, response to malicious drone activities and strengthening Europe’s defence readiness against drone threats“.[15] Nach zwei Jahren hat die EU-Kommission eine positive Bilanz des Digital Service Acts (DSA) gezogen. Das DSA habe dazu geführt, dass sich Online Plattformen mehr rechtskonform verhalten. Über 50 Million Korrekturen hätten sie wegen des DSA vorgenommen.[16] Die Ergebnisse wurden u.a. beim 4. Roundtable der EU-Kommission mit zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSO) am 26. Februar 2026 in Brüssel diskutiert[17]. Dort stellte die Kommission auch ihre Strategie für eine langfristige Zusammenarbeit mit CSOs vor.[18] Darin heisst es u.a. „Engagement with civil society is a cornerstone of EU policymaking… Civil society contributes to more effective, inclusive, and representative policymaking at the EU, national and local level. Ensuring that civil society organisations can meaningfully participate in public life and contribute their views via transparent processes is an important element of a robust and inclusive policymaking process… For this engagement to be effective, the EU has increasingly recognised that civil society needs an enabling, safe and supportive environment throughout the EU. This includes adequate protection for CSOs and human rights defenders (HRDs) who experience an overall shrinking civic space, and who face threats and attacks in relation to their work. Sustainable and transparent financial support is also essential for a thriving civil society and for ensuring that CSOs can operate independently.“
[1] https://d19ob9sqegt2wc.cloudfront.net/stage/uploads/AI_Impact_Summit_Declaration_f208574dfc.pdf
[2] https://impact.indiaai.gov.in/outcome-resources
[3] https://d19ob9sqegt2wc.cloudfront.net/stage/uploads/Charter_for_the_Democratic_Diffusion_of_AI_a273df0545.pdf
[4] https://d19ob9sqegt2wc.cloudfront.net/stage/uploads/Guidance_Note_on_AI_Governance_c9d53506cf.pdf
[5] https://d19ob9sqegt2wc.cloudfront.net/stage/uploads/Network_of_AI_for_Science_Institutions_fb189452da.pdf
[6] https://www.whitehouse.gov/articles/2026/02/remarks-by-director-michael-kratsios-at-the-india-ai-impact-summit/
[7] https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/deutschland-und-indien-schliessen-pakt-fuer-ki
[8] https://unric.org/en/general-assembly-appoints-artificial-intelligence-panel/
[9] https://www.un.org/independent-international-scientific-panel-ai/en/panel-members
[10] https://securityconference.org/en/msc-2026/
[11] https://mcsc.io/
[12] https://dco.org/media/digital-cooperation-organization-concludes-5th-general-assembly-with-adoption-of-the-kuwait-declaration-on-responsible-ai-for-global-digital-prosperity/
[13] https://www.intgovforum.org/en/filedepot_download/335/30703
[14] https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/action-plan-against-cyberbullying
[15] https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/action-plan-drone-and-counter-drone-security
[16] https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/two-years-digital-services-act-allows-50-million-content-moderation-decisions-platforms-be-reversed
[17] https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/fourth-roundtable-civil-society-organisations-implementation-digital-services-act
[18] https://commission.europa.eu/document/download/8c30975d-bc1c-4415-8dcd-a71cb28f3662_en?filename=JUST_template_comingsoon_standard.pdf