Vorsicht Phishing: Wenn gefälschte Verifizierungs-Mails im Namen vom Provider oder von DENIC auftauchen

Vorsicht Phishing: Wenn gefälschte Verifizierungs-Mails im Namen vom Provider oder von DENIC auftauchen

Seit einigen Tagen erreichen uns vermehrt Hinweise von .de-Domaininhaberinnen und -inhabern, dass gefälschte E-Mails im Umlauf sind: Diese geben vor, im Auftrag von DENIC oder einem Registrar zu verlangen, die Inhaberdaten zu bestätigen oder zu aktualisieren – oft mit dem Hinweis, dass die Domain sonst gesperrt oder gelöscht wird.

Das Problem: Echte Verifizierungs-Mails gibt es tatsächlich – sie kommen von DENIC oder von Ihrem Registrar. Die uns gemeldeten Mails stammen jedoch weder von DENIC noch von einem Registrar, sondern sind gefälscht.

Warum gerade jetzt?

Themen wie NIS-2 und verschärfte Anforderungen an die Überprüfung von Domaininhaberdaten sorgen dafür, dass Verifizierungs-Kommunikation für viele Nutzer inzwischen normal klingt. Genau das machen sich Betrüger zunutze: Eine Mail, die Dringlichkeit signalisiert und auf ein reales, bekanntes Thema anspielt, wirkt glaubwürdiger als der klassische Lotteriegewinn-Spam.

Woran Sie eine gefälschte Mail erkennen

  • Absender genau prüfen. Absender-Domain der Verifizierungs-E-Mails von DENIC ist immer denic.de.
  • Handlungsdruck als Warnsignal. Formulierungen wie „Ihre Domain wird in 24 Stunden gesperrt“ oder „sofortiges Handeln erforderlich“ sind ein klassisches Phishing-Muster – echte Verifizierungsprozesse laufen mit angemessenen Fristen.
  • Links vor dem Klicken prüfen. Mit der Maus über den Link fahren (nicht klicken) und die tatsächliche Zieladresse ansehen. Weicht sie vom angezeigten Text ab, ist Vorsicht geboten.
  • Keine Zugangsdaten per Mail. DENIC fragt niemals Passwörter oder Zugangsdaten per E-Mail ab. Wer danach fragt, ist nicht DENIC.
  • Layout und Sprache. Rechtschreibfehler, unpassende Anrede oder ein Absenderformat, das nicht zur sonstigen Kommunikation passt, sind weitere Indizien.

Was DENIC tatsächlich tut

Verifizierungsprozesse rund um .de-Domains laufen in der Regel über die Registrare, mit denen der jeweilige Domaininhaber einen Vertrag hat.

In bestimmten Fällen wendet sich auch DENIC selbst direkt an Domaininhaberinnen und -inhaber – dann aber ausschließlich von Absenderadressen der Domain denic.de und ohne Abfrage von Passwörtern oder Zugangsdaten. Dies geschieht zu folgenden Fristen:

Wer unsicher ist, ob eine Mail echt ist, fragt am besten beim eigenen Registrar nach oder wendet sich direkt an DENIC.

Was tun bei einer verdächtigen Mail?

  1. Nicht klicken, nicht antworten. Keine Links öffnen, keine Anhänge herunterladen.
  2. Beim eigenen Registrar nachfragen. Der Registrar kann bestätigen, ob tatsächlich eine Verifizierung ansteht.
  3. Mail melden. Weiterleiten an den eigenen Registrar oder als Phishing gemäß Mail-Anbieter markieren.

Unser Rat

Gesunde Skepsis ist der beste Schutz. Je mehr reale Verifizierungsanforderungen es im Zuge von NIS-2 und ähnlichen Regularien gibt, desto wichtiger wird es, offizielle Kanäle zu kennen und zu nutzen. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel beim eigenen Registrar nachfragen, als einen Phishing-Link anzuklicken.